LAUSCHIG – EIN HÖRWEG

Innerhalb des Forschungsprojekts „Produktiv. Nachhaltig. Lebendig. Grüne Finger für eine klimaresiliente Stadt“ an der Hochschule Osnabrück (https://gruene-finger.de/projekt/) sind die Wahrnehmungswerkstätten der experimentelle und sinnlich probende Teil der Forschungsarbeit. Die neue Wahrnehmungswerkstatt findet nun vor Ort beginnend auf dem Ziegenbrink statt und setzt sich während einer zweistündigen Lauschwanderung zum Grünen Finger Schölerberg fort. Beide Landschaftsräume sind im Laufe der Jahrzehnte als Höhenbewegung von der Stadt umbaut worden. Während der Wanderung sensibilisieren die Teilnehmenden ihre Wahrnehmungs- und Beobachtungsgabe, indem sie nicht nur der Stadt zuhören, sondern auch einer profilierten Gruppe von Musiker*innen. So erspürt sich nach und nach ein völlig veränderter Blick auf die Stadt. Wieder geht es um das Erkunden des eigens wahrgenommenen Verhältnisses von gebauter Stadt und noch offener Landschaft. Das sinnliche Erleben des Raumes steht im Fokus der Aufmerksamkeit. Die Korrespondenz zwischen Hören und Sehen wird erprobt.

Von der Anhöhe des Ziegenbrinks (Treff: 13 Uhr oben auf dem Berg) ausgehend, bewegt sich die teilnehmende Werkstattgruppe entlang einer seltener begangenen Höhenlinie bis östlichen Bereich des Schölerbergs (Ankunft nordwestliche Aussichtsplattform etwa 15 Uhr). Der Blick auf das innerstädtische Stadtzentrum bleibt dabei permanent und zugleich beiläufig im Fokus, doch wird die sinnliche Wahrnehmung durch die begleitende Musikgruppe dem gleichzeitig erlebten Raum anverwandelt und verändert das gewohnte und gespürte Raumerleben.

Der Ziegenbrink und der Schölerberg haben einen sehr unterschiedlichen Charakter und können als visuelle Kontaktstellen auf die Osnabrücker Stadtsilhouette verstanden werden. Doch es gibt deutlich mehr aufzuspüren. Gemeinsam erkunden die Teilnehmenden deshalb die Landschaftsräume unter dem Aspekt „lauschig – ein Hörweg“. Landschaft in der Stadt erleben, die oft vergessenen Höhenbewegungen in Osnabrück sinnlich entdecken, von den Hangkanten den Blick auf das eindrucksvolle städtische Panorama schärfen – dies ist Anliegen der Wanderung. Das erweiterte Open String Quartett interpretiert auf musikalische Weise die verschiedensten Situationen auf diesem Weg zwischen Höhenplateau, Wohnviertel, verwachsenem Steinbruch, Waldszenarien und Ausblick-Kanzel. Als Solist*innen, in korrespondierenden Duos und Trios oder als Ensemble mischen sie sich sensibel und pointiert in das Vorhandene ein. Die Besucher*innen lassen sich still durch dieses Wandelkonzert führen. Am Ende sind alle eingeladen, sich auszutauschen.

Willem Schulz – Cello, Konzept und Inszenierung

Susanne Schulz, Dorin Daiber – Violine

Johanna Geith – Viola

Andreas Müller – Kontrabass

Die Wahrnehmungswerkstatt ist als öffentliche Lauschwanderung angelegt. Dabei entsteht ein verändertes Verständnis über die erfahrenen Grünen Finger, die darin entdeckten Orte und die eigens festgehaltenen Beobachtungen und Wahrnehmungen. Erklärtes Ziel dieser Wahrnehmungswerkstatt ist es, die Weiträumigkeit der Grünen Finger mit dem Maßstab des eigenen Körpers in Beziehung zu setzen. Die dreistündige Veranstaltung gliedert sich in zwei Stunden experimentelle Wanderung und einem anschließenden Gespräch im öffentlichen Raum des Schölerbergs. Dabei wird eingeladen, sich wertungsfrei über jeweilige Wahrnehmungen auszutauschen. Unser reflektierendes Gespräch bewegt sich um die Frage: Was habe ich persönlich und leiblich aufgespürt und wahrgenommen in der noch offenen, unversiegelten Landschaft der Grünen Finger? Und hat sich dabei mein Verhältnis zur Natur und Stadt verändert?

Wahrnehmungswerkstatt in den Grünen Fingern Osnabrücks vom Ziegenbrink zum Schölerberg

Sonnabend, 28. August 2021 (oder wetterbedingt 29. August 2021 / wird nach entsprechender Anmeldung per Email bekannt gegeben) | 13 bis ca. 16 Uhr | Treff: Ziegenbrink (oben auf der Bergkuppe)

Hinweise

Teilnahmeanmeldung per Email: d.manzke@hs-osnabrueck.de

Zurzeit gelten mit Datum 15.8.2021 alle Corona-Regeln wie im öffentlichen Raum (https://www.niedersachsen.de/Coronavirus).

Am GZ Ziegenbrink (Abzweigung Hauswörmannsweg) befindet sich ein Parkplatz. Von hier ist der Weg auf die Hügelkuppe nicht weit, die bei Google als „Funkturmhügel Osnabrück“ angegeben wird.

Die Wahrnehmungswerkstatt wird fotografisch dokumentiert. Einleitend bitten wir deshalb um eine Fotoerlaubnis.

Die Teilnehmenden werden gebeten, ihre Wahrnehmungen und Beobachtungen zu notieren. Dazu werden Klemmbretter mit Schreibzeug ausgegeben.

Weitere Erläuterungen unter https://gruene-finger.de/kontakt/termine/

Gesamtleitung und Arbeitsmethodik für ein verändertes städtebauliches Grundverständnis: Prof. Dirk Manzke, Hochschule Osnabrück, 0151.28956203

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